Österreich evaluiert neue Richtlinien für Sportwetten-Sponsoring, um den Jugendschutz zu verbessern

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Sportwetten haben in Österreich einen Sonderstatus. Quelle: Pixabay.com

Österreichs Regierung arbeitet mit Hochdruck an einer Neufassung des österreichischen Glücksspielgesetzes. Diese Reform wird nicht nur durch die Pläne der neuen Koalition nötig, sondern auch durch öffentlichen Druck hinsichtlich des Jugendschutzes.

Schließlich schienen bisherige Maßnahmen weitestgehend wirkungslos zu bleiben. Das gilt vorwiegend für die Angebote im Netz. Dazu kommt eine Sondersituation im Bereich der Sportwetten, die in Österreich heraussticht.

Höchstgerichtsentscheidung brachte Klarheit

Schließlich gelten diese in den Legislativen der europäischen Länder zumeist als Glücksspiel. Dies gilt allerdings nicht so in Österreich. Laut einer wegweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2024, gelten Sportwetten in Österreich nicht als Glücksspiel. Dies gilt sogar für die sogenannten Over/Under-Wetten, bei denen man darauf wettet, ob eine bestimmte Anzahl von Ereignissen wie Toren, Ecken oder Punkten eintritt oder nicht.

Der Oberste Gerichtshof wies die Klage zurück und vertrat damit nicht die Ansicht, dass diese Art von Sportwetten zufallsabhängig sei.

Wissen statt Glück entscheidet

Zwar würden Sportwetten durchaus ein Zufallselement enthalten, doch gleichzeitig würden sie auch auf berechenbaren Faktoren basieren. Dazu zählen laut Ansicht der Höchstrichter nicht nur die Kenntnisse über die Form und Stärke der Mannschaften, sondern auch über die Wetterbedingungen. Das unterscheide Sportwetten von Glücksspielen. Sportwetten beruhen daher hauptsächlich auf Geschick und Wissen und weniger auf Glück.

Mit diesem Entscheid steht endgültig fest, dass Sportwetten nicht unter die österreichische Glücksspielgesetzgebung fallen. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen sind schon jetzt Ländersache und in unterschiedlichen Gesetzen geregelt. Dies gilt unabhängig von der jeweiligen Art der Wetten.

Wichtiger Sponsor im Spitzensport

Für die Branche galt dies als Befreiungsschlag, schließlich sind auch Sportwettenanbieter nicht mehr vom heimischen Markt wegzudenken. Sie bestimmen nicht nur das Straßenbild, sondern sind auch zu einem wichtigen Faktor im Sponsoring des österreichischen Sports geworden.

Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Fußball. Dieser ist nicht nur die beliebteste Sportart, sondern auch klarer Marktführer bei den Sportwetten. So sponsert der ehemals heimische Anbieter Admiral Sportwetten nicht nur die heimische Bundesliga, sondern ist auch Bestandteil des offiziellen Namens geworden.

Zahlreiche österreichische Fußballklubs unterhalten eine Partnerschaft mit Sportwettenanbietern und setzen bei der Sicherung ihrer Budgets auf die Finanzkraft der Branche. Schließlich reicht das professionelle Training schon lange nicht mehr aus, um im Konzert der Großen mithalten zu können. Das gilt für die Top-Vereine ebenso wie für den Nachwuchs.

Die Fußball-WM 2026 wird die Umsätze beflügeln

Die Sportwetten-Branche wartet bereits auf das Ereignis des Jahres, das in den USA, Kanada, und Mexiko stattfinden wird. Österreich startet 2026 zum ersten Mal seit 26 Jahren, entsprechend groß sind die Hoffnungen der Branche und die Erwartungen der Fans. Doch schon im Vorfeld zeigt sich, dass der Gesetzgeber hier vor großen Herausforderungen steht.

Diese entsteht durch die internationale Einbindung von Sportwetten in die Glücksspielbranche. Wetten auf sportliche Ereignisse sind bei zahllosen Betreibern Bestandteil des Portfolios, das Spieler im Netz abrufen können. Die Liste der Online-Casinos in Österreich auf Onlinecasino.at zeigt die enorme Bandbreite an Betreibern, die auch hierzulande tätig sind.

Doch Online-Glücksspiele sind in Österreich gesetzlich streng geregelt. Lediglich die Casinos-Austria-Tochter Win2day verfügt derzeit über eine offizielle Lizenz des Staats und darf daher Casinospiele im Internet anbieten. Doch das Internet hat die Ländergrenzen aufgehoben, zahllose Betreiber drängen mit anderen europäischen Lizenzen ins Land und wollen sich so einen Anteil am Markt sichern.

Reform des Glücksspielgesetzes stockt

Doch dies sollte das gültige Glücksspielgesetz verhindern. Die Umsetzung der Vorgaben erweist sich jedoch schon seit Jahren als wirkungslos. Die österreichische Bundesregierung hat sich daher eine Neuregelung vorgenommen und im Regierungsprogramm festgeschrieben.

Der Entwurf zum neuen Glücksspielgesetz hätte nach dem Willen des Finanzministers Markus Marterbauer eigentlich schon im Herbst des letzten Jahres veröffentlicht werden sollen, doch dazu kam es nicht.

Das dürfte auf die umfassenden geplanten Änderungen zurückzuführen sein, die nicht bei allen drei Koalitionspartnern auf Gegenliebe stoßen. Während NEOS und ÖVP eher eine Marktöffnung bevorzugen würden, dürfte die SPÖ auf eine massive Einschränkung drängen und bestehende Monopole verlängern und sogar verschärfen wollen.

Zukünftig Glücksspiel?

Dies gilt hauptsächlich im Bereich der Sportwetten. Diese sind einigen Politikern ein Dorn im Auge, sie wollen die gesetzliche Basis ändern. Das soll nicht nur den Jugendschutz verstärken, sondern die Branche auch unter den Deckmantel des neuen Glücksspielgesetzes holen. Bisher konnten die neun Bundesländer Sportwetten selbst regeln, das soll in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Eine ähnliche Vorgangsweise wählte in der Vergangenheit bereits eine der zahlreichen Vorgängerregierungen. Diese erklärte das Strategiespiel per Gesetz zum Glücksspiel und entzog so den privaten Betreibern in Österreich ihre „Lebensgrundlage“. Poker wurde mit einer vom Höchstgericht verordneten Übergangsfrist von 4 Jahren zum Glücksspiel erklärt, eine ganze Branche musste in der Folge die Pforten ihrer Pokercasinos schließen.

Kommt eine massive Einschränkung des Engagements im Sport?

Ähnliches schwebt der Bundesregierung offenbar auch bei Sportwetten vor. Diese sollen im Zuge der neuen Reform unter die gesetzlichen Bestimmungen für Glücksspiele fallen und so den Bundesländern „aus den Händen“ genommen werden. Doch dies kann nur unter Zustimmung der Länder erfolgen. Diese werden jedoch eine Kompensation für entgangene Steuereinnahmen fordern.

Ob es tatsächlich dazu kommt, wird sich in den ersten Monaten des neuen Jahres zeigen. Dann soll der Entwurf des neuen Glücksspielgesetzes buchstäblich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dieser könnte massive Auswirkungen auf das Sponsoring im heimischen Sport zeigen. Angesichts der unterschiedlichen Position der drei Parteien ist allerdings noch mit heftigen Diskussionen zu rechnen.

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